Offener Kanal Schleswig-Holstein

Schriftzug

Videospiele und Senioren

Die Idee

Die Meinungen über Videospiele gehen auseinander. Die einen meinen, Videospiele machen aggressiv, verschwenden Zeit & Geld, halten die Spieler von sinnvollen Tätigkeiten ab und machen süchtig. Andere meinen, gemeinsame Videospiele machen aber auch Spaß, sind ein Ereignis und sind gut für Reaktionsfähigkeit und Motorik. Auf jeden Fall gilt: Videospiele sind Teil des medialen Alltags, Videospiele generieren weltweit einen größeren Umsatz als die Filmindustrie. Es ist also notwendig, sich mit den Herausforderungen und Chancen von Videospielen auseinander zu setzen.

Unabhängig von der medienpädagogischen Auseinandersetzung mit Videospielen hat sich - überraschend - gezeigt, des es einige Videospiele gibt, die sich in der Seniorenarbeit ausgezeichnet einsetzen lassen.

Das Videospiel "Wii" unterscheidet sich von anderen Spielen dadurch, dass die Spieler einen schnurlosen Sensor nutzen und damit das Geschehen auf dem Bild steuern können. Zwei Wii-Spiele sind besonders für die Seniorenarbeit geeignet:
Wii-Sport: Mit dem Sensor in der Hand können die Spielenden z.B. Kegeln oder Reiten.
Wii-Balance: Der Sensor steckt in einer Plattform, auf der die Spielenden stehen. Gleichgewichtsübungen sind damit ebenso möglich wie Skirennen oder Skispringen.

Beiden Spielen ist gemeinsam: Spielende, die das Haus nicht mehr verlassen können, bleiben zum Spielen im Heim und das im Kreis ihrer Bekannten und Freunde.
Das Besondere an Wii-Sport ist, dass es auch im Sitzen oder im Stehen/angelehnt gespielt werden kann - ideal für Bewohner, die auf den Rollstuhl oder den Rollator angewiesen sind.
Die Erfahrung zeigt, dass mit Videospielen in der Seniorenarbeit mehrere Ziele gleichzeitig erreicht werden können:

Ein Film über das Videospiel im Seniorenheim

Hier ist der Film als Download verfügbar.

Die Vorgeschichte

Am 17. Februar 2009 gab es in Rendsburg eine Premiere für Leiter von Seniorenheimen in Schleswig-Holstein: Videospiele zum selbst testen. Anlässlich eines Heimleitertreffens der Diakonischen Pflegeeinrichtungen in Schleswig-Holstein im Martinshaus stellten Peter Willers und Henning Fietze vom OKSH den anwesenden Heimleitungen Balance- und Kegelspiele vor, die für die Senioreneinrichtungen geeignet sind.
 
Ralf Labinsky, Referent im Diakonischen Werk Schleswig-Holstein, ließ es sich nicht nehmen, selbst zu kegeln - einmal im Stehen und einmal aus dem Stuhl. "Ein tolles Angebot", so Labinsky. Auch Balanceübungen, mit denen ein Skisprung imitiert wird, fanden sein Interesse.

"Wir wollen Erfahrungen sammeln, verschiedene Spiele testen und anschließend Senioreneinrichtungen Empfehlungen geben können", so Labinsky und Willers gemeinsam.

Das Angebot

Der OKSH bietet ab sofort interessierten Einrichtungen ein Paket "Videospiel im Seniorenheim" an. Das Paket besteht aus Fortbildung und Materialausleihe und dauert einen Tag plus eine Woche.

Wie geht es weiter?

Im ersten Halbjahr 2009 wollen wir in verschiedenen Häusern Erfahrungen sammeln, welche Spiele "heimtauglich" sind. Wir hoffen, zur Jahresmitte oder spätestens im Herbst verlässliche Aussagen machen zu können, welche Spiele für welche Zielgruppe geeignet sind.

Einsatz von Wii Sports im Altenheim

Während der Mediatage Nord (mehr: mediatage-nord.de; von 16.-20. Nov. 2009) planen wir eine Tagung, zu der alle "VideospielLotsen" eingeladen werden sowie weitere Interessierte. Bei dieser Tagung geht es natürlich um Erfahrungsaustausch, aber auch um Weiterentwicklungen.

Was ist zu tun?

Wenn Sie uns für eine derartigen "Heimspieltag" zu sich einladen möchten, schreiben Sie uns bitte eine Mail oder einen Brief - wir stimmen dann gemeinsam einen Termin ab. (willers@oksh.de oder Offener Kanal Schleswig-Holstein, Peter Willers, Hamburger Ch. 36, 24113 Kiel)

Noch eine Schlussbemerkung: wir werden nicht von den Herstellern der Konsolen finanziert, sondern - wie der ganze Offene Kanal - über einen vergleichsweise kleinen Anteil an der allgemeinen Rundfunkgebühr. Wir kommen nicht, um Ihnen Spiele zu verkaufen, sondern weil wir glauben, dass "Videospiel für Senioren" ein gutes Konzept ist und manchem Heimbewohner Freude bereiten wird.